Biographie

Christian Steyer bio header

Christian Steyer ist ein Multitalent. Er ist Schauspieler, Musiker und Sprecher. Desweiteren schreibt er, leitet mehrere Chöre und unterrichtet.

KURZFASSUNG

Der MUSIKER Christian Steyer komponiert seit 1972 für viele Kinofilme (»Das Leben ist eine Baustelle«, »Zugvögel … einmal nach Inari«), darunter auch viele Kinderfilme (»Die Blindgänger«, »Die vertauschte Königin«). Ebenso schreibt er die Musik für zahlreiche Fernsehproduktionen (»Tatort«, »Polizeiruf 110«) und vertonte vor 1990 viele – im Osten Deutschlands inzwischen legendäre – Litera-Märchenhörspiele (»Das kalte Herz«, »Das Märchen vom Zaren Saltan«, »Die Schneekönigin«), deren Neuauflage geplant ist. Sein Chorzyklus »Alte Weihnachtslieder Neu« erfreut sich einer jährlich wachsenden Fangemeinde.

Als SCHAUSPIELER machte sich Christian Steyer in einer Vielzahl von Kino- und Fernsehfilmen einen Namen. Populär wurde er schon Anfang der 70er Jahre durch Rollen in »Die Legende von Paul und Paula« und »Für die Liebe noch zu mager?«.

Der SPRECHER Christian Steyer feiert seinen bisher größten Erfolg immer freitags um 19:50 Uhr in der MDR-Fernseh-Serie »Elefant, Tiger & Co.«, dem Original der vielfach kopierten Zoo-Doku-Serie mit mehreren Millionen Zuschauern. Seine unabhängig davon entstandenen Tiergedichte »Vom kleinen Storch der Vater«, die Christian Steyer auf der beiliegenden CD selbst liest, erschienen 2007. Für »Amazonien«, das weltgrößte 360°-Panorama von Yadegar Asisi, schrieb er alte indianische Legenden um, die in der Ausstellung in Leipzig zu hören sind. Das Hörbuch erschien zur Leipziger Buchmesse im März 2011.

Christian Steyer bio film

AUSFÜHRLICH

»Der Schauspieler Christian Steyer ist in der DDR der Schwarm des jugendlichen weiblichen Publikums in den 70er Jahren. Mit seiner krausen Löwenmähne, seinem charmanten Lächeln und seiner coolen Art begeistert er das Publikum.« (Ines Walk, film-zeit.de)

Mit der männlichen Hauptrolle in »Für die Liebe noch zu mager« wurde er weithin bekannt: Einen Typen, den es in die Ferne zieht und der eines Tages tatsächlich mit seinem Seesack verschwindet, hatte man im DDR-Kino noch nicht gesehen. Im DEFA-Klassiker »Die Legende von Paul und Paula« war er Paulas Rummelplatz-Lover, den sie in flagranti erwischt, als sie mit seinem Kind aus der Entbindungsklinik kommt; im »Polizeiruf 110«-Fall »Konzert für einen Außenseiter« spielte er einen Ex-Musikstudenten, der sich von alleinstehenden Frauen aushalten lässt und zum Mörder wird. Ewig junge Männer, die jeder Verantwortung aus dem Weg gehen, verkörperte er auch in »Unser kurzes Leben«, der Verfilmung des Romans »Franziska Linkerhand« von Brigitte Reimann, und in »Bürgschaft für ein Jahr«, der 1982 auf der Berlinale gezeigt wurde (»Silberner Bär« für Katrin Saß) – nicht gerade sympathische Rollen. Aber ihr Darsteller, der bärtige Lockenkopf, war gleichwohl ein Sympathieträger. Wenn er dann noch sang und eine selbstgebaute Kniefidel spielte – als weiser, die böse Herrscherin austricksender Narr im Märchenfilm »Die vertauschte Königin«, dann war das eine maßgeschneiderte Rolle für Steyer, der von Haus aus Musiker ist.

Christian Steyer, geboren am 6.12.1946 in Falkenstein (Vogtland), wuchs als drittes von sieben Kindern in einem protestantischen Pfarrhaus in Meißen und Ragewitz bei Grimma auf. Singen und Musizieren gehörten zum Alltag der Familie. Christian sang in der Kurrende des Meißner Doms, spielte im Posaunenchor, erhielt Klavierunterricht vom musikpädagogisch ambitionierten Vater, der seine außergewöhnliche Begabung früh erkannte und förderte: So vertraute er dem erst Zehnjähren das Orgelspiel im Gottesdienst an.

Mit dreizehn bestand Christian Steyer die Aufnahmeprüfung für die Kinderförderklasse der Hochschule für Musik Leipzig, wo ihn der Pianist und Organist Amadeus Webersinke unterrichtete. Verbunden damit war der Wechsel an eine musisch orientierte Erweiterte Oberschule mit Internat in Markkleeberg bei Leipzig. In dieser Zeit begann er sich mit Komposition, Improvisation und Theater zu beschäftigen, trat er erstmals öffentlich als Sänger von Chansons und Gospels auf, lernte er die damals in der DDR lebende französische Chansonsängerin Fania Fénélon (»Das Mädchenorchester von Auschwitz«) kennen, die seine Lehrerin wurde.

Nach dem Abitur 1965 studierte er Musik, im Hauptfach Klavier weiterhin bei Prof. Webersinke, dem er 1966 an die Musikhochschule Dresden folgte. Dort nahm er an den zwei ersten Chanson- und Liedfestivals der DDR teil: 1966 gewann er den 2. Preis, 1967 den Sonderpreis von Radio DDR.
Direkt im Anschluss an den erfolgreichen Abschluss 1970 (Diplom und Lehrberechtigung) nahm er ein Studium an der Schauspielschule Berlin-Schöneweide auf. Noch während der Ausbildung besetzte ihn DEFA-Regisseur Lothar Warneke in seinem Film über Leipziger Medizinstudenten  »Es ist eine alte Geschichte« – neben Katharina Thalbach, die gleichfalls ihr Kinodebüt gab. Die »Staatliche Bühnenreifeprüfung als Schauspieler« bestand Christian Steyer 1972, als der Film herauskam.

Neben weiteren Filmrollen erhielt er nun auch erste Kompositionsaufträge.

Christian Steyer bio film2

Viele der legendären Märchenhörspiele des LITERA-Verlages – legendär, weil die mit den besten Schauspielern der (Ost)Berliner Theater aufwändig produzierten Schallplatten Kinder wie Erwachsene begeisterten – bereicherte er mit ungewöhnlichen musikalischen Ideen, zum Teil auf selbstgebauten Instrumenten, u.a. »Das kalte Herz«»Das Märchen vom Zaren Saltan« und »Die Schneekönigin«.

Von 1973 bis 1990 schrieb Christian Steyer die Musik zu zahlreichen DEFA-Kinderfilmen, von »Der Untergang der Emma« über »Sabine Kleist, 7 Jahre« bis zur Partitur für großes Orchester für die »Die vertauschte Königin« mit Ursula Karusseit in der Hauptrolle. Für das Melodram »Die Blindgänger« um zwei 13-jährige blinde, musikbegeisterte Internatsschülerinnen komponierte er sowohl die Filmmusik als auch die Musik im Film, die von der Band der Jugendlichen im Film gespielt wird. Sie erhielt auf dem Kinderfilmfestival in Gera 2005 den Preis für die Beste Filmmusik. »Das Suchen, das Verzagen und schließlich das Rauschhafte und Beglückende beim Musikerschaffen in einer Gruppe wird zum Kinoerlebnis«, lobte die Jury.

Auch für Kinofilme wie Wolfgang Beckers »Das Leben ist eine Baustelle« und »Kinderspiele«, Peter Lichtefelds »Zugvögel … einmal nach Inari« und Fernsehproduktionen wie »Polizeiruf 110« und»Tatort« schuf er Kompositionen; insgesamt für über 30 Filme. Von seinen Bühnenmusiken seien die zu Heiner Müllers »Wolokolamsker Chaussee I-V« erwähnt sowie die zahlreichen fürs Erfurter Puppentheater.

Christian Steyer bio film3

Seit 1993 ist Christian Steyer Lehrbeauftragter für Präsentation und Chor in der Abteilung Jazz und Popularmusik der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin, die seit 2005 mit der Jazz-Abteilung der Universität der Künste das neu gegründete »Jazz Institut Berlin« bildet. Hier fand er die idealen Interpreten für seinen Chorzyklus »Alte Weihnachtslieder Neu«, den er 1999 erstmals in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt vorstellte und der sich seither einer stetig wachsenden Fangemeinde erfreut.

Im April 2003 startete die auf elf Folgen geplante Fernseh-Serie »Elefant, Tiger & Co.« im MDR – mit Christian Steyer als Kommentarsprecher. Am 16. Oktober 2009 wurde die 332. Folge ausgestrahlt. Längst hat die ARD die Serie aus dem Leipziger Zoo übernommen. Nicht zuletzt dank Steyers leicht ironisch raunender Erzählerstimme wurde sie die erfolgreichste deutschen Zoo-Doku-Serie. Sie fand zahlreiche Nachahmer in anderen Sendern, anderen Zoos, anderen Sprechern – von denen einige sogar Steyers Sprechweise imitieren. Da traf es sich gut, dass er – schon lange vor diesem Erfolg – eine Reihe von Tiergedichten verfasst hatte. 2007 erschienen sie unter dem Titel »Vom kleinen Storch der Vater«, auf beiliegender CD von ihm selbst gelesen und musikalisch arrangiert – ein Spaß für Kinder und, mit einer Prise Hintersinn, auch für Erwachsene.

Doch ist er weiterhin auch als Schauspieler in Film und Fernsehen zu sehen; insgesamt sind es inzwischen über 50 Rollen. Wo Christian Steyer, der Schauspieler und Sprecher, der Pianist und Komponist eins werden, entstehen literarisch-musikalische Abende aus einem Guss. Für einen solchen vertonte er jüngst gemeinsam mit der Sängerin Almut Kühne Erich-Kästner-Gedichte.